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   Interview mit Mathias Hofmann und Oliver Bohnes
 



(20. August 07) Nils Freitag, GamesSphere Redaktion:

Interview
- mit Mathias Hofmann und Oliver Bohnes von Evergore

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Das Rollenspiel Evergore ist eines der beliebtesten deutschen Browsergames dieses Genres. Evergore gl�nzt nicht nur durch ein Fehlen jedweder Premiumleistung, auch das GamePlay, sowie die Engine und die Community sind beispiellos. Wir haben mit den Entwicklern Mathias Hofmann und Oliver Bohnes �ber ihr Spiel gesprochen und sie �ber weitere Projekte, ihre Meinung zum derzeitigen Browsergamemarkt und vieles mehr ausgefragt.
 
GamesSphere: Sch�nen Guten Tag, Mathias und Oliver. Stellt euch doch bitte einmal kurz vor, bevor wir richtig loslegen.

oliver & Mathias: Wir sind 27 und 28 Jahre alt und arbeiten beide in Frankfurt.
Oliver arbeitet als Consultant f�r eine Firma, die Banken-Software herstellt und Mathias als Programmierer f�r ein Internetunternehmen und erstellt Webseiten f�r Kunden.

GamesSphere: Evergore l�uft nun schon seit einigen Jahren und das Interesse ist weiterhin ungebrochen. Wie schafft ihr es, trotz Beruf auch weiterhin f�r die Community und das Spiel die n�tige Zeit aufzuwenden? Habt ihr �berhaupt noch richtige Freizeit?

oliver & Mathias: Wenn man ein Spiel entwickelt und auf so lange Zeit betreibt und betreut, sollte es langfristig zum Hobby werden und einen Ausgleich zum Beruf darstellen.
Sobald hier eine berufs�hnliche Verpflichtung entsteht, k�nnten wir uns vorstellen, dass man solch ein Projekt nicht auf Dauer betreiben wird und es vorzeitig aufgibt.
Es ist wichtig, f�r die Community immer ansprechbar zu sein, was jedoch auch machbar ist, wenn man nur bedingt Freizeit hat.
Die Pr�senz und das Gef�hl, dass Meinungen oder Kritik zur Kenntnis genommen werden ist hier wohl wichtiger als die wirkliche Zeit.

GamesSphere: Bevor wir weiter ins Detail gehen, w�rde ich euch bitten Evergore n�her zu beschreiben und uns dar�ber aufzukl�ren, welche Aufgabenbereiche ihr jeweils bearbeitet.

oliver & Mathias: Eine strikte Aufgabentrennung gibt es bei uns nicht, da dies mit zwei Entwicklern, die beide noch hauptberuflich arbeiten, nur bedingt m�glich ist.
Entscheidungen werden bei uns grunds�tzlich zusammen getroffen. Wir haben unsere Zust�ndigkeiten f�r das Projekt soweit aufgeteilt, dass sich Oliver um die Programmierung der Funktionalit�t k�mmert und Mathias um das Layout und Design sowie die Server Administration.






GamesSphere: Evergore bietet den Neueinsteigern, sowie den Fortgeschrittenen diverse Anleitungen, Guides und eine sehr ausf�hrliche Wiki. Habt ihr noch zus�tzliche Mitarbeiter oder macht ihr tats�chlich alles im Alleingang?

oliver & Mathias: Bis auf die Anleitungen, wurden alle Guides und auch das Wiki von der Community in Eigenkoordination erschaffen.
Wir haben lediglich allgemeine und technische Unterst�tzung geleistet, wenn diese ben�tigt wurde.
Vorallem am Umfang des Wiki sieht man die Leidenschaft und den Zusammenhalt der Community, den sie in eigene kleine Projekte investiert, um sich und anderen Mitspielern zu helfen.
Im Spielersupport und bei der Forenpflege werden wir von einigen Moderatoren unterst�tzt.

GamesSphere: Trotz der gro�en Anzahl an Evergorespielern, habt ihr bisher keine Premiumaccounts oder -items eingef�hrt. Wie finanziert ihr euch und was ist euer Beweggrund kostenfrei zu bleiben?

oliver & Mathias: Die Hardware finanziert sich durch die Werbung. Da wir Evergore seither als Hobbyprojekt betreiben, sehen wir keinen Grund, einen zwanghaften kommerziellen Nutzen daraus zu ziehen.
Inzwischen wird der Markt von kostenpflichtigen 08/15 Browserspielen �berflutet, die nur mit ihrer Grafik eine Handvoll Spieler kurzfristig ansprechen k�nnen.
Bis auf wenige Features wird dort leider zu oft nur ein Konzept angeboten, was bereits mehrfach, sogar im gleichen Genre, umgesetzt wurde.

GamesSphere: Mitte Juni konntet ihr vermelden, dass der Umstieg auf die neue Rebirth-Engine abgeschlossen wurde. Was hat sich seit dem ver�ndert? Laut eurem �nderungsprotokoll seid ihr ja dauerhaft mit Verbesserungen besch�ftigt.

oliver & Mathias: Seit der erfolgreichen Umstellung auf die Rebirth Engine hat sich viel ver�ndert. Performance war fr�her immer ein gro�es Problem, da die Mengen an Daten, die f�r die Echtzeitverarbeitung ben�tigt wurden, st�ndig von der Datenbank abgefragt werden mussten.
Da die Rebirth Engine alle Daten direkt im Speicher h�lt, ist sowohl die Webseitenerstellung als auch die Echtzeit-Ereignisverarbeitung sehr performant geworden.

GamesSphere: Evergore muss nach fast 4 Jahren schon ein ganz gewaltiger Haufen Code sein. Gibt es nicht Momente, in denen ihr einfach alles hinschmei�en wollt?

oliver & Mathias: Durch die Umstellung auf die Rebirth Engine wurde der Code mehr oder weniger komplett neu geschrieben und bekam auch eine pflegeleichtere Struktur.
Auch die Webseiten wurden �berarbeitet und in ein speziell angefertigtes Content Management System umgebaut. Die Datenpflege der Webseite und des Quellcodes sind gegen�ber fr�her nun ein Kinderspiel.
Sicherlich gibt es immer wieder Phasen, wo man sich �ber gewisse Situationen aufregt oder dar�ber nachdenkt, ob das Projekt mal abgeschlossen sein sollte. Aber wenn man die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet, hat sich die Spielerzahl kontinuierlich erh�ht, ohne daf�r neue Welten / Server anbieten zu m�ssen.

GamesSphere: Der Erfolg von Evergore l�sst vermuten, dass ihr ein gutes H�ndchen f�r Browsergames und die W�nsche der Spieler habt. Schon mal �ber ein neues Projekt nachgedacht oder �berlegt Browsergames hauptberuflich zu betreiben?

oliver & Mathias: Sicherlich haben wir sowohl �ber m�gliche Folgeprojekte nachgedacht, jedoch haben wir f�r uns beschlossen, diese Ideen und M�glichkeiten ausdr�cklich nur niederzuschreiben, bis mindestens die Roadmap von Evergore abgearbeitet ist.
Da wir gegen eine Kommerzialisierung von Evergore sind, k�nnen wir den Gedanken des hauptberuflichen Browergame-Betriebs nicht weiterf�hren. Zur Zeit befinden wir uns aber beide in sehr anspruchsvollen und interessanten Berufen, die wir mit einer Umstellung unseres Hobbys zur hauptberuflichen T�tigkeit nicht riskieren wollen.

GamesSphere: Gro�e Firmen, wie die Bigpoint GmbH oder die Gameforge AG, machen derzeit von sich reden. Was denkt ihr �ber die derzeitige Entwicklung der deutschen Browsergameszene und was ist eure pers�nliche Einsch�tzung der weiteren Entwicklung?

oliver & Mathias: Zu unserem Bedauern m�ssen wir sagen, dass wir die deusche Browsergame Szene in einer andauernden Kommerzialisierungsphase sehen.
Die erscheinenden Spiele werden immer professioneller und sind dauerhaft nur noch mit Premium Accounts spielbar, wenn man in den oberen R�ngen mitspielen will. Spieler, die den Sinn in Spielen sehen, ganz oben mitzuspielen, sind indirekt gezwungen, Geld zu bezahlen, da ihnen sonst wichtige Spielinhalte verwehrt bleiben.

GamesSphere: Was wird uns in n�herer Zukunft bei Evergore an Neuerungen erwarten?

oliver & Mathias: Als n�chstes werden wir Diebstahl und Sabotage im Spiel implementieren. Da dieses Feature schon seit langem mit Spannung erwartet wird, sind die Erwartungen sehr hoch und wir hoffen sie mit dem geplanten Umfang erf�llen und gerecht werden zu k�nnen.
Ein weiteres Feature wird der Tempel sein, in dem Waffen mit magischen Verzauberungen dauerhaft verbessert werden k�nnen.

GamesSphere: Vielen Danke f�r eure Zeit und weiterhin viel Erfolg mit Evergore!

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