Die Folgen des Ukrainekrieges für Entwickler
Heute - Der Krieg wirft seine Schatten: Seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat sich das Leben von Millionen von Menschen dramatisch gewandelt. Auch die nationale Gaming-Branche sieht sich mit den Folgen des Konflikts konfrontiert. Wie genau sich diese auf die ukrainischen Entwicklerstudios auswirken, erfahrt ihr in unserem heutigen Artikel!
Für viele von uns stellen die entspannten Gaming-Sessions eine willkommene Flucht aus dem Alltag dar. Wenn wir in cineastisch inszenierte Singleplayer-Titel eintauchen, eine gute Zeit auf Seiten wie dem Online Casino Wunderino haben oder uns in fordernde Multiplayer-Gefechte stürzen, vergessen wir jedoch schnell, welche Hintergrundgeschichten unsere Games eigentlich erzählen – nämlich die ihrer Entwickler.
Immer neue Enthüllungsberichte zeigen, mit welchen Widrigkeiten sich die Gaming-Schmieden tatsächlich konfrontiert sehen. Diesbezüglich erzählen die Schlagzeilen von schweren Sexismus-Vorwürfen und unmenschlichen Crunch-Phasen. Bekanntermaßen sind dies jedoch nicht die einzigen schwer verdaulichen Nachrichten, denen wir uns in unseren aktuellen Tagen gegenübersehen.
Am 24. Februar dieses Jahres hat das russische Militär eine Invasion der Ukraine begonnen, und das Leben von Millionen von Menschen praktisch über Nacht ins Chaos gestürzt. Dies gilt auch für die Mitarbeiter der Gaming-Industrie: Demnach verkörpert das Land einen wichtigen Standort für die gesamte Branche. Einige westliche Publisher, wie beispielsweise Ubisoft, unterhalten hier Zweigstellen, hinzukommen die zahlreichen einheimischen Studios. Kurz nach dem Ausbruch des Krieges wandten sich viele ukrainische Entwickler an die Öffentlichkeit, wobei sie den russischen Angriff scharf verurteilten und ein sofortiges Ende der Gewalt forderten. Wie so viele andere internationale Konzerne, entschlossen sich auch einige ukrainische Studios dazu, ihre Geschäfte mit Russland und Belarus umgehend einzustellen. Auch World of Tanks- und World of Warships-Macher Wargaming ergriff diesen Schritt: Demnach liegt die Verantwortung für den Live-Service fortan in den Händen von Lesta Studio; infolgedessen blickt das Management nun schweren finanziellen Einbußen entgegen. Der Fokus von Wargaming liegt vor allen Dingen auf der Sicherheit der Angestellten und Landsleute. Den über 500 Mitarbeitern der Kiew-Niederlassung wurden Unterkünfte, vorzeitige Löhne und Geldmittel für Ausreisen in sichere Nachbarländer zur Verfügung gestellt. Zusätzlich dazu spendeten die Schöpfer des ikonischen Online-Panzerspiels eine Million US-Dollar an das ukrainische Rote Kreuz.
Hilferufe & Solidarität
Auch die übrigen ukrainischen Entwicklerstudios kritisierten den Überfall auf ihre Heimat scharf und appellierten auf Social Media an die Solidarität ihrer Unterstützer. Das in Kiew ansässige Studio GSC Game World rief demnach zu Spenden für das einheimische Militär auf. Trotz der ungewissen Lage versuchte der Entwickler zunächst, den für Ende 2022 geplanten Release von S.T.A.L.K.E.R. 2 einzuhalten – mittlerweile musste die Veröffentlichung des Tschernobyl-Survival-Shooters jedoch auf nächstes Jahr verschoben werden. Vostok Games, bekannt für Fear the Wolves und Survarium, sah sich wiederum dazu gezwungen, seinen Standort in Kiew aufgrund der anhaltenden Kämpfe vorerst aufzugeben. Auch Frogwares, Sengi Games und Yevhen8 meldeten sich in öffentlichen Statements zu Wort, in denen sie um finanzielle Unterstützung für Charity-Institutionen baten, ihre Solidarität zur Ukraine bekundeten, und die russischen Invasoren verurteilten. Zudem bekannten viele Entwicklerstudios außerhalb der Ukraine Flagge: Square Enix spendete eine halbe Million US-Dollar für humanitäre Zwecke, das polnische Studio 11bit Games überwies eine Woche lang alle Einnahmen, die durch das hauseigene Antikriegsspiel This War of Mine generiert wurden, an das Rote Kreuz des Nachbarlandes. Die Liste der internationalen Spieleschmieden, die sich an die Seite der Ukraine stellen, ist lang. Bekanntermaßen verkündete EA nach dem Ausbruch des Krieges, alle russischen Mannschaften aus den aktuellen Titeln der FIFA- und NHL-Serie zu entfernen, zudem stellte der renommierte Publisher alle Verkäufe in Belarus und Russland ein. Das Gleiche gilt indes für Nintendo, Activision Blizzard, Epic Games, Microsoft und Rockstar.
Ethische Fragen
Diejenigen, die eher oberflächlich auf die Gaming-Welt blicken, bemängeln, dass die virtuellen Bildschirmkriege ungebremst weitergehen, während in der Ukraine die tatsächlichen Kämpfe toben. Diesbezüglich verweisen einige Spieler darauf, dass die Gefechte in Shootern wie „Call of Duty“ zwar sehr realistisch aussehen – allerdings ist dies nur die halbe Wahrheit. Demnach geht es in den entsprechenden Titeln nicht um die fiktive Entfesselung von Tod und Chaos, sondern um kompetitives Gameplay, koordiniertes Zusammenspielen, Spannung – und vor allen Dingen Spaß. Wie sich ein Spiel der sensiblen Kriegsthematik auf respektvolle und bewegende Art und Weise nähern kann, zeigt das bereits erwähnte This War of Mine von 11bit Games. Tatsächlich schlüpft der Spieler hier nämlich nicht in die Haut eines übermächtigen Elitesoldaten, sondern übernimmt die Kontrolle über eine Zivilisten-Gruppe, die in den zerbombten Ruinen ihrer Heimat ums blanke Überleben kämpft. Dies geschieht in der Regel allerdings nicht mit Waffengewalt, sondern durch gewissenhaften Handel und Plünderungen. Anstatt dem Bildschirm-Feind die Kugeln um die Ohren zu jagen, bietet This War of Mine vielmehr eine desillusionierte, ungeschönte und bedrückende Spieleerfahrung – und beweist einmal mehr, dass das Medium Videospiele genauso gut wie andere dazu in der Lage ist, sich der Kriegsthematik von einer aufklärerischen und reflektierten Seite zu nähern.


