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Der ultimative, endgültige Convention-Schlachtplan

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03.07.2018 - Ob Gamescom, CeBIT, kleinere Spielemessen oder Kanon-basierte Conventions. Sie alle eint, dass sie ein unheimlich stressiger Trip werden. Gut also, wenn man bei der Planung enorme Sorgfalt walten lässt.

Kennt Ihr den? Kommt ein Gamescom-Besucher abends zum Tresen einer Hotelkette am Kölner Stadtrand und fragt, ob er ein Zimmer haben könnte… Was für Eingeweihte einen Grinser wert ist, ist für Leute, die sich noch nie auf eine Messe begeben haben, oft genug Fakt. Denn Conventions sind immer viel mehr als die Summe ihrer Teile – doch gerade Anfänger gehen oft unheimlich blauäugig ran – mit entsprechenden Fails. Damit euch das nicht passiert, haben wir den endgültigen Convention Schlachtplan ausgerollt.  

Es ist nie zu früh fürs Hotel

Ihr denkt, Ihr könntet nur einen Tag auf der Veranstaltung bleiben, morgens anreisen, abends heimfahren? Vergesst es! Conventions sind nicht einfach nur acht oder zehn Stunden Spaß, sondern anstrengend wie nichts Gutes. Und Müdigkeit ist eines der größten Unfallrisiken am Steuer. Es braucht also zumindest für eine Nacht eine Unterkunft.

Und hier wird es kritisch, denn nicht immer, aber sehr häufig finden Games-Veranstaltungen in Messehallen statt, die also das ganze Jahr über gut besucht sind. Das bedeutet, es ist unabdingbar, so früh wie nur irgendwie möglich einen Schlafplatz zu buchen. Optimal, weil fast überall in Europas Messezentren vorhanden, günstig und bequem sind dabei Hostels – auch weil sich da noch so manch andere Gleichgesinnte einfinden werden, was für denkwürdig-gute Abende sorgt. Gibt’s keines vor Ort, sind Hotelketten die zweitbeste Anlaufstation. Finger weg jedoch von den Häusern direkt an den Messehallen. Die sind auf Business-Besucher eingestellt und teuer.

Maps, Maps, Maps

Es soll Convention-Noobs geben, die glauben, sie könnten an einem Tag alles sehen – UN-MÖG-LICH! Gerade an den Ständen, wo die wirklich interessanten Sachen präsentiert werden, wartet man nicht selten Stunden. Das bedeutet, es muss vorher eingedampft werden.

Dazu lädt man sich auf der Seite der Messe einen Ausstellerplan herunter, dies ebenfalls schon Wochen vorher und markiert sich:

  • Was man unbedingt sehen will
  • Was man sehen will, falls noch Zeit bleibt
  • Die richtigen Wege zwischen den Ständen

Allerdings: Niemals sklavisch an diesen Schlachtplan halten, sondern immer einen Ausweichplan im Ärmel haben.

Schuhe!!!

Ja, ist okay, Du möchtest als 40k-Inquisitor durch die Menge gehen. Alle anderen kommen schließlich auch „Suit up“ und Cosplay ist ja nun auch Salz in der Convention-Suppe. Dennoch einen wirklich gutgemeinten Ratschlag: Egal was dein Kostüm ist, deine Füße sollten in etwas stecken, das:

  • sie fest umschließt (also keine Badelatschen oder Ähnliches, Master Roshi)
  • unheimlich gut eingelaufen ist (das schließt Combat-Boots zwar nicht aus, aber die muss man vorher eben richtig gut eintragen)
  • geeignet für die harten Messeböden ist (da sind Outdoor-Stiefel oft ein Problem)

Und in jedem Fall sollte man mindestens ein Paar Reservesocken dabeihaben und zur Halbzeit wechseln – und Blasenpflaster. Denn was viele nicht beachten, das ständige Stop-and-Go inmitten der Besucherströme sorgt dafür, dass man selbst in sehr gut passendem Schuhwerk immer wieder ein bisschen vor- und zurück rutscht – Blasenmacher Nummer eins.

Rucksack ist Pflicht

Je nach Art der Messe wird man an den Ständen mit Tonnen von Giveaways regelrecht zugeschmissen. Und nur absolute, blutige Anfänger stecken die Sachen in eine große Tüte, die man an einem weiteren Stand bekommen hat. Profis bringen hingegen gleich einen anständigen Rucksack mit, sammeln in der Tüte nur und räumen einmal pro Stunde um.

Ferner gehört in den Rucksack auch noch eine Sammlung aus Ladekabeln, Power-Banks sowie Ersatzbatterien. Auf einer Messe macht man Unmengen an Fotos und Videos. Die füllen den Speicher und leeren den Akku schneller, als man gucken kann – und weit und breit gibt’s keine Steckdosen.

Stay hydrated

Überhaupt ist der Rucksack auch noch für etwas anderes wichtig: dem Reinstecken einer Hydration-Bladder, besser bekannt als Trinkblase. Denn wirklich alles, was man auf Messen in Sachen Essen und Trinken bekommt, ist einfach nur unverschämt teuer. Aber wenigstens erlauben die allermeisten Messen, seine eigene Verpflegung mitzubringen. Und das solltet Ihr definitiv auch tun, wenn euch das Portemonnaie heilig ist.

Im Rucksack sollte also in jedem Fall eine ausreichende Menge an Wasser (nur Wasser, kein Alkohol) stecken (mindestens drei Liter) und daneben eine wohlsortierte Auswahl an Sandwiches, Schokoriegeln und Studentenfutter. Leitlinie sollte sein: Lässt sich mit einer Hand im Stehen verspeisen. Wer schaut, was Wanderer und Bergsteiger so am Start haben, macht eigentlich nichts falsch.

Tipp: Wer profimäßig unterwegs ist, schaut an Messeständen im B2B-Bereich vorbei. Da gibt’s nämlich oft genug Getränke und Snacks für Umme.

Hab Ablenkung dabei

Auf der 2018er Gamescom wollt Ihr definitiv das mit Spannung erwartete Fallout 76 in irgendeiner Form antesten. Schon klar. Aber euch sollte ebenso klar sein, dass das auch einige tausend andere tun wollen – zeitgleich mit euch.

Das bedeutet also, gerade bei den „interessanten“ Sachen muss man sich auf Wartezeiten gefasst machen, die eine Wasserrutsche im Freizeitpark während der Sommerferien wie eine schnelle „Rein-Raus“-Nummer wirken lassen. Es empfiehlt sich also dringend, im Rucksack irgendeine Handheld-Console mit ausreichend Stromversorgung stecken zu haben – denn sich mit den anderen in der Schlange zu unterhalten, wird meistens schnell langweilig, weil solche Gespräche ziemlich monothematisch werden.

Profitrick: Klapphocker

Messen sind zum Laufen da. Und alle, nein ALLE anderen Sitzgelegenheiten werden konstant besetzt sein – insbesondere die in Innenhöfen, wo man gerne mal eine rauchen möchte. Das richtige Messe-Mindset wäre „ich werde mindestens zehn Stunden nicht sitzen können“.

Allerdings gibt es einen Ausweg: Er führt euch mindestens eine Woche vor Messebeginn auf die Homepage irgendeines Jagd-Ausrüsters. Und dort sucht Ihr nach „Dreibein“ oder „Sitzstuhl“. Dahinter verbergen sich superkleine und superleichte Klapphocker, die auf jeden Fall in den Rucksack passen. Und damit könnt Ihr euch im Notfall auch einfach mal eine Auszeit gönnen – ohne euch auf den Boden hocken zu müssen.

Bandana

Der letzte Tipp ist eher ein gutgemeinter Rat: Auf Spielemessen, insbesondere denen im Sommerhalbjahr, wird es aufgrund der Dichte an Menschen und den warmen Ausdünstungen der ganzen Rechner und Monitore in den Hallen unheimlich schnell unheimlich tropisch. Selbst schlacksige Besucher im T-Shirt werden da schnell triefen.

Ein, besser zwei Bandanas in der Tasche sind die idealen Schweißtücher – und notfalls auch als Stirnband oder Kopftuch zu gebrauchen.

  • Quelle: Redaktion

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