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Der deutsche Spielemarkt in Zahlen

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17.08.2018 - Kaum eine Industrie wächst so schnell wie der Spielemarkt. Hochklassige Games wie Assassins Creed oder Grand Theft Auto 5 zählen zu den teuersten Produktionen der Branche und kosteten mehr als so mancher Hollywood-Blockbuster. Das muss sich offensichtlich in den Verkaufszahlen rentieren. Wir haben uns den deutschen Spielemarkt einmal genauer angesehen und die Zahlen für sich sprechen lassen.

Die Entwicklung des deutschen Videospielmarktes

Bereits seit Jahren wächst die Videospielbranche stetig an. Allein im Jahr 2016 wurden in Deutschland 1,2 Milliarden Euro mit Videospielen für Computer und Konsole eingenommen. Bis 2021 sollen Konsumenten in Deutschland laut Prognose ganze 5,08 Milliarden für ihr Spielehobby ausgeben. Am meisten wird immer noch für PC-Spiele ausgegeben – hier lag der Umsatz in Deutschland 2016 bei 306 Millionen Euro. Besonders Actionspiele und Shooter sind derzeit gefragt und überholen den Umsatz von Abenteuer- und Geschicklichkeitsspielen.

Während noch vor einigen Jahren vor allem offline mit einer Spieledisk gespielt wurde, hat sich der Markt in den letzten Jahren stark verändert. Spieleplattformen wie Steam sind beliebt und ermöglichen den spontanen Kauf eines Spiels immer und überall. Per Email wird man über die neuesten Angebote informiert, wodurch die Verlockung besonders groß wird. Die Anzahl der Deutschen, die gelegentlich bis regelmäßig spielen, hat sich in den letzten Jahren kaum verändert. Rund 34 Millionen geben an, gerne ihre Zeit mit Videospielen zu verbringen. Altersmäßig sind die deutschen Spieler sehr stark verteilt. Nur 15% sind in der Altersklasse 20-29, während ganze 28% der Spieler über 50 Jahre alt sind (detaillierte Infos siehe Grafik). Den klassischen Gamer gibt es also nicht. Auch innerhalb der Geschlechter ist die Verteilung relativ ausgeglichen: 47% der deutschen Gamer aus 2018 sind Frauen.

Verteilung der Videogamer in Deutschland nach Alter im Jahr 2018 / Photo by Statista

Browsergames

Spiele, die im Browser gespielt werden können, sind vor allem als Gelegenheitsspiele oder Multiplayer-Games beliebt. Viele der Spiele haben einen enormen Erfolg, was sich in ihren Spielerzahlen in Millionenhöhe wiederspiegelt. Sie werden oft auf Social-Media-Plattformen wie Facebook gespielt, wo sich Spieler mit ihren Freunden verbinden und sich gegenseitig helfen können. Die größten Anbieter der sogenannten Social Network Games sind Zynga, Goodgame und King Digital Entertainment. 2016 wurden mit diesen Social Games ganze 1,9 Milliarden Euro in Deutschland eingenommen, doch der Sektor vergrößert sich rasant. Bis Ende 2018 wird ein Umsatz von 2,8 Milliarden prognostiziert.

Neben den Social und Casual Games bringen jedoch vor allem MMOs das große Geld ein. An diesen riesigen Multiplayer-Spielen nehmen unzählige Deutsche über einen langen Zeitraum teil und investieren deutlich mehr Zeit und Geld als für Gelegenheitsspiele. Auch Casinosspiele werden im Zeitalter der Digitalisierung immer beliebter. Mehr und mehr Menschen entscheiden sich dafür, online zu spielen, statt das nächstgelegene Casino zu besuchen. Durch die Möglichkeit, Spiele wie Online-Poker mit echten Croupiers via Stream zu spielen, hat sich die Spielerfahrung drastisch verbessert. In der EU lagen die Einkünfte durch iGaming im Jahr 2016 bei über 12 Milliarden Euro, in Deutschland alleine waren es 1,4 Milliarden Euro.

Mobile Spiele

Besonders für die Langeweile unterwegs haben sich mobile Spiele etabliert, die mittlerweile deutlich aufwändiger gestaltet sind, als zum Beginn der Smartphone-Ära. Eine Vielzahl an kostenlosen und kostenpflichtigen Apps befinden sich in App-Stores zum sofortigen Download. Produziert werden sie sowohl von großen Studios, als auch von kleinen Startups oder Einzelentwicklern, die sich mit mobilen Spielen selbstständig gemacht haben. Einige der Spiele basieren auf dem Freemium-Prinzip, bei dem das Spiel gebührenfrei heruntergeladen und gespielt werden kann, der Spielspaß jedoch durch In-App-Käufe noch deutlich verbessert werden kann. So können bspw. Leben nachgekauft werden, sobald alle Herzen in einem auf Levels basierenden Spiel abgelaufen sind. Rund 445 Millionen Euro soll der Umsatz von mobilen Spielen in Deutschland 2018 einbringen und dies wird sich in den nächsten Jahren noch deutlich steigern. Mittlerweile werden mobile Spiele schon öfter gespielt als der ehemalige Marktführer – die Konsolenspiele. Diese Entwicklung zeigt die spannende Zukunft der mobilen Games besonders deutlich auf.

Konsolen- und PC-Spiele

Trotz des großen Erfolges des mobilen Marktes kommt den Spielen auf Konsole und PC weiterhin eine hohe Bedeutung zu. Die aufwendige Produktion der Spiele ist es, was sie zu einer Sparte macht, die wohl niemals aussterben wird. Durch die technischen Möglichkeiten von PC und Konsole sind diese die klassischen Plattformen für leistungsintensive Spiele. Zwar nähert sich die Technik der Smartphones diesen zunehmend an, dennoch schwören noch immer viele Gamer auf den guten alten PC bzw. die Konsole. Von knapp über 34 Millionen Gamern in Deutschland sind es rund 17 Millionen Spieler, die am PC spielen. Diese stehen gegenüber 16 Millionen Konsolen-Spielern. Durch Plattformen wie Steam hat sich zwar das Kaufverhalten der Gamer verändert, da diese nun nicht mehr in ein Ladengeschäft gehen müssen, um eine CD zu kaufen. Dem Kaufvolumen tut dies allerdings keinerlei Abbruch, im Gegenteil: 2016 wurden bspw. ganze 627 Millionen Euro in Deutschland mit PC-Spielen eingenommen. Auf den Konsolen war es im selben Jahr sogar knapp über eine Milliarde Euro. Überraschenderweise ist das meistverkaufte Spiel aller Zeiten immer noch Mario. Direkt danach kommen Tetris und Pokémon. Erst danach reihen sich Ego-Shooter wie Call of Duty in die Riegen der beliebtesten Spiele.

Der deutsche Spielemarkt wächst und wächst. Die deutschen Spieler werden immer vielseitiger und teilen sich in Gamer aus alles Altersgruppen auf. Auch die Geschlechterrollen sind mittlerweile ausgeglichen, denn beinahe die Hälfte der deutschen Gamer sind Frauen. Bei den Interessen spalten sich die Geister. Während viele Spieler nach einem reinen Zeitvertreib suchen, haben andere Gamer einen hohen Anspruch an Grafik, Gameplay und Story. Kein Wunder, dass die Entwicklung von Videospielen heute oft schon teurer ist als die Produktion von Blockbustern aus Hollywood!

  • Quelle: Redaktion

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