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Mobile Games im Kreuzfeuer der Kritik

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14.01.2021 - Immer mehr Menschen nutzen ihre Smartphones und Tablets zum Zocken. Der Vorteil liegt dabei auf der Hand oder besser, in der Hand. Denn dank der digitalen Mobilität ist stets für einen unkomplizierten und schnellen Zugang gesorgt. Allerdings gibt es auch immer häufiger Kontroverses in diesem Bezug.

Das „Game“ mit dem Glück

Spiele-Entwickler, die angesehene und vor allem gefeierte Titel auf den Markt für PC und Konsolen bringen, sorgen immer häufiger ebenso als mobile Versionen für einen Release. Ein gutes Beispiel hierfür ist PlayerUnknowns Battlegrounds. Das Game ist nicht nur auf dem klassischen Rechner extrem erfolgreich, sondern seit einiger Zeit ebenso als PUBG Mobile. Also in der Version, die sich auf dem Handy zwischen Schule, Arbeit oder Uni zocken lässt. Mit immer neuen Updates und Events, wie etwa dem Winter Festival, sorgen die Verantwortlichen für eine stetige Veränderung, was ebenfalls dem Spieler das Gefühl gibt, Teil von etwas Größerem zu sein.

In diesen Kontext fällt im Übrigen dann auch die Option, das die meisten Free to Play-Titel mitbringen: die Möglichkeit, Geld im Spiel für etwa kosmetische Dinge auszugeben. Zum einen ist das eine gute Variante, für die fortschreitende Sicherstellung der Entwicklung als solches zu sorgen und dennoch ein Spiel bereitzustellen, das von allen kostenlos erlebt werden kann. Problematischer wird es dann mit Lootboxen, welche spezielle Items, Waffen oder anderes enthalten können, die dem Spieler einen echten Mehrwert im Kontext zur Konkurrenz bieten. Da diese üblicherweise für viel Geld in der Kombination mit minimalen Chancen erhalten werden können, bilden viele Entwickler auf dem mobilen Markt eine Art Spirale aus Hoffnung, Frust und einem neuerlichen Geldeinsatz. Unabhängig vom „Output“ einer solchen Lootbox, bleibt dem Spieler nur etwas Digitales, das verschwindet, sollte der Anbieter irgendwann seine Spieleserver abschalten.

Sinnvoller angelegt im klassischen Spiel mit dem Glück?

Anders hingegen sieht es beim reinen Glücksspiel aus. Online-Casinos oder Sportwetten bieten für einen Obolus ebenfalls eine Chance auf einen Gewinn an. Neben den großen und bekannten Anbietern gibt es jedoch ebenso eine ordentliche Zahl Unbekannte. Für welchen man sich letztendlich entscheidet, ist freilich „Geschmackssache“. Fakt sind allerdings zwei Dinge: Erstens ist das Spiel mit dem Glück in einem Casino oder bei einem Buchmacher immer auch an die Möglichkeit geknüpft, das Geld nicht nur zu verlieren, sondern ebenfalls gewinnen zu können. Zweitens ist der Zugang zu solchen Spielangeboten besser kontrolliert. Kinder und Jugendliche haben hier kaum eine Chance.

Ein wesentlicher Unterschied im Übrigen zwischen dem klassischen Glücksspiel und dem, was einige „Spieleentwickler“ heute auf dem mobilen Sektor anbieten. Selbstverständlich könnte man sagen, dass die Eltern von Minderjährigen hier ein Auge auf das haben sollten, was der Nachwuchs so spielt. Dennoch stehen vor allem Anbieter solcher Apps, die in mobilen Spielen, die sich klar an die jüngere Generation richten, Hunderte von Euro verlangen in der Pflicht. Süße Katzen, die durch bunte Welten rennen und mit 119 Euro-Angeboten locken? Schöne Kleidungen in „Anziehspielen“ für 59 Euro und mehr? Kleine „Freunde“, denen man zum Schlafengehen die Zähne putzen kann, für 5,99 Euro pro Tier? „Glückskisten“ jenseits der 30 Euro mit einer Chance auf ein begehrtes Item von 0,2 Prozent?

Das sind Preise, die sich nur mit Wucher vergleichen lassen und eine immer jünger werdende Zielgruppe der Gefahren aussetzen, sich schon früh in Abhängigkeiten und Schulden zu verirren.

Mobile Gaming setzt sich trotz aller Kritik nach und nach durch

Es lässt sich nicht bestreiten, dass das Mobile Gaming wegen Micropayments und Co. immer wieder in der Kritik steht. Allerdings heißt das nicht, dass sich die neue Art des Spielens nicht einer enormen Popularität erfreut. Games wie PUBG MOBILE und Pokémon GO sind schließlich Hits, die nahezu jeder von uns kennen dürfte. Zudem ist es inzwischen so, dass viele Menschen das Smartphone als vollwertige Spielekonsole sehen. Einige ziehen Mobile Gaming sogar Highlights wie der PlayStation 5 vor. Allzu verwunderlich ist das nicht, denn zumindest in puncto Flexibilität lässt sich das Mobile Gaming nicht toppen. Zum einen ist es möglich, immer und überall zu spielen. Zum anderen liegt eine riesige Spieleauswahl vor.

Letzterer Punkt ist der Hauptgrund dafür, dass Handhelden mit Mobile Gaming auf dem Smartphone nicht mithalten können. Schließlich ist die Spieleauswahl bei beliebten Handhelden begrenzt, während sie auf dem Smartphone schier unendlich scheint. Die steigende Popularität trägt außerdem dazu bei, dass immer mehr Hersteller sich auf den Bereich Mobile Gaming konzentrieren. Infolgedessen nimmt das Spieleangebot stetig zu und moderne Technologien wie Augmented Reality spielen eine zunehmende Bedeutung. Was das in Zukunft heißen wird, können wir uns bisher nur in unseren Träumen ausmalen.

  • Quelle: Redaktion

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