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Vom Pixelbrei zu immersiven Welten - eine kurze Geschichte

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14.06.2021 - Heiße Multiplayer Gefechte, Verblüffende 3D-Welten, VR-Szenarien, die zum Abtauchen einladen: Das Feld der modernen Videospiele ist vielfältiger denn je. Heute zeigen wir euch, worin die Ursprünge eines der am schnellsten wachsenden Märkte unserer Zeit liegen, wie sich dieser entwickelte und welche digitalen Meilensteine im Laufe der Jahrzehnte verzeichnet wurden.

Spiel, Satz und Siegeszug

Wenn wir uns heutzutage vor den Rechner oder die Konsole setzen, stellt sich eine drängende Frage: Was darf’s heute sein? Ein charmanter Retroklassiker, eine Runde „GTA“ oder doch eine gute, alte Partie „FIFA“? Vielleicht gibt uns der Ausgang des virtuellen Rasenschach einen Hinweis darüber, ob wir uns auf Rabona wirklich richtig entschieden haben? Doch eigentlich wollten wir uns schon lange dem Singleplayer-Titel widmen, den wir uns vor einigen Tagen gegönnt haben. Ihr merkt: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Drehen wir das Rad der Zeit um gut 50 Jahre zurück, gestaltet sich die Auswahl der virtuellen Unterhaltungsbranche noch deutlich übersichtlicher. Als erstes Game, das zu reinen Entertainment-Zwecken entwickelt wurde, gilt „Tennis for Two“ von 1958. Seinerzeit wurde der Titel auf einer Fachmesse zur Schau gestellt und versetzte die neugierigen Besucher in verblüfftes Staunen.

Von der Spielhalle ins Wohnzimmer

Rund 20 Jahre später gelangte das einfache, aber spaßbringende Spielprinzip schließlich auf eine weitaus größere Bühne – wenn auch in einem vollkommen neuen Gewand. Ataris legendärer Klassiker „Pong“, der 1972 das Licht der Spielhallenwelt erblickte, sollte schließlich den Grundstein für den Erfolgszug der kommerziellen Videospiele setzten. Obwohl die Spielidee nicht wirklich einen revolutionären Meilenstein darstellte, taten es die eigens dafür konstruierten, auf Kästen montierten und mit Münzschlitz versehenen Computer hingegen schon: Der Weg für den Siegeszug der Videospielautomaten war geebnet. Was folgte, waren einzigartige Veröffentlichungen wie „Space Invaders“ und unzählige Teenager, die ihr Taschengeld in den Spielhallen dieser Welt verzockten. Doch schon bald witterten die Atari-Verantwortlichen, dass das Geld nicht nur in den prallgefüllten Arcade-Hallen, sondern womöglich auch in den heimischen Wohnzimmern zu holen ist. Mit dem Launch des Atari 2600 gelang den Mitarbeitern des Technikkonzerns ein weiterer Sensationscoup: 30 Millionen US-Amerikaner legten sich die Konsole anno 1977 zu und adaptierten das Spielhallenerlebnis in die eigenen vier Wände. Und mehr noch: Während die klobigen Automaten jeweils nur ein Game auf Lager hatten, konnte die Heimkonsole durch austauschbare Kassetten mit unendlich vielen Spielen gefüttert werden.

Der Video Game Crash

Von Ataris Erfolg angestachelt, warfen auch viele andere Hersteller ihren Hut in den heißumkämpften Ring des Heimkonsolenmarktes. Allerdings führte die Übersättigung des Marktes mit zahllosen, zuweilen qualitativ minderwertigen Veröffentlichungen nicht zum glorreichen Zenit der Spieleindustrie, sondern beinahe zu ihrem vollständigen Untergang in den USA. Viele Titel entpuppten sich als waschechte Ladenhüter, welche die Händler schließlich dazu veranlassten, die Games retourzuschicken oder diese zu Spottpreisen anzubieten – mit drastischen Folgen für die gesamte Branche. 1983 folgte schließlich der große Video Game Crash: Demnach brach das Feld der digitalen Unterhaltungsindustrie in den Vereinigten Staaten nahezu vollständig zusammen. Einige namenhafte Konzerne – darunter auch Atari – fielen dem wirtschaftlichen Supergau der US-Videospielbranche zum Opfer. So kam es, dass sich das Hauptaugenmerk der Industrie nach Fernost, genauer gesagt nach Japan, verlagerte. Während manche alteingesessenen Firmen im Zuge der Krise von der Bildfläche verschwanden, traten andere, bis dato weniger erfolgreiche Hersteller in deren Fußstapfen. Darunter auch ein gewisses japanisches Unternehmen, dass den Namen Nintendo trägt. Tatsächlich sollte die Veröffentlichung des NES im Jahr 1985 nicht nur Nintendos Platz an der virtuellen Sonne sichern, sondern auch den Wiederaufstieg der Branche in den USA befeuern. Gegen Ende des Jahrzehnts stabilisierte sich der Markt schließlich auch in Übersee – auch wenn Atari nie wieder an seinen ehemaligen Erfolg anknüpfen sollte.

Der Sprung in die dritte Dimension

Während die Spiele der 70er und 80er noch in einfachster 2D-Optik daherkamen, leiteten die 90er den buchstäblichen Sprung in eine neue Dimension ein – dreidimensionale Videospielwelten! Mit dem technischen Fortschritt verbreiterte sich auch das Genre-Spektrum, das den Zockern auf N64, PlayStation und Co. dargeboten wurde. Ganz gleich, ob „Wolfenstein 3D“, Lara Croft“, „Age of Empires“ oder „Command & Conquer“ – das Angebot hielt für jedes Interesse den passenden Titel bereit. Das Problem: Wer sich nicht gerade der ständigen Gesellschaft anderer Gamer erfreute, musste die meiste Zeit allein zocken. Ein Umstand, der sich zu Beginn der 2000er nachhaltig ändern sollte.

Bin ich schon drin?

Obwohl Online-Gaming schon in den späten 90ern keine absolute Neuerung mehr darstellte, dauerte es bis zur Jahrtausendwende, ehe sich die ersten großen Online-Communitys entwickelten. Je mehr Haushalte mit einem Internetanschluss versorgt wurden, umso mehr Gamer verirrten sich auch in die spaßbringenden Weiten des World Wide Web. „Counter-Strike“ und „World of Warcraft“ waren dabei nur einige von mehreren wichtigen Online-Meilenstein, welche die Welt des Gaming bis heute nachhaltig beeinflussen. Doch auch Sandbox-Spiele à la „GTA“, „Minecraft“ oder „The Elder Scrolls“ bewogen immer mehr Menschen dazu, in offene, immersive Welten einzutauchen und ihrem kreativen Videospieltrieb freien Lauf zu lassen. Games wie „Red Dead Redemption 2“ stehen wiederum exemplarisch für den immer größeren Tiefgang von Videospielen. Während viele Titel in der Vergangenheit häufig noch im quietschbunten Cartoon-Look daherkamen, wollen moderne Games nämlich vor allem Eines: realistisch aussehen.

Multi-Media-Center mit Spielfunktion

Wer ein Exemplar der aktuellen Konsolengeneration sein Eigen nennt, besitzt heutzutage nicht nur eine reine Daddelkiste, sondern vielmehr ein waschechtes Multi-Media-Center. Ganz egal, ob fürs Gaming, fürs Streamen von Serien oder die unterschiedlichsten Apps: Konsolen werden in unseren Zeiten den verschiedensten, aktuellen Ansprüchen gerecht. Moderne VR-Brillen geben uns einen Vorgeschmack dessen, was in Zukunft womöglich zum Standard wird: Das vollständige, glaubhafte Eintauchen in virtuelle Welten. Bis die Immersion jedoch ein authentisches Level erreicht, müssen die entsprechenden VR-Geräte noch mit besseren Grafikleistungen, intuitiveren Controllern und schlankeren Designs ausgestattet werden.

  • Quelle: Pressemitteilung

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