Wie sinnvoll ist VPN beim Gaming?
20.09.2022 - Wenn es etwa darum geht, lokale Firewalls zu umgehen oder seine persönlichen Daten im Internet zu schützen, gibt es kaum eine bessere Möglichkeit als ein VPN. Doch wie verhält sich die Sache beim Gaming? Ist VPN auch dafür sinnvoll oder bringt es entscheidende Vorteile? Stimmt es, dass VPN dazu in der Lage ist, den Ping zu verringern? Die Antworten auf diese Fragen gibt es in diesem Artikel.
Worum handelt es sich bei einem VPN?
VPN steht als Abkürzung für „virtuelles privates Netzwerk“. Mit einer VPN-Verbindung ist es möglich, von „außerhalb“ auf ein bestehendes Netzwerk zuzugreifen. Deshalb nützen sehr viele Mitarbeiter im Home-Office VPN für den sicheren Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk.
Doch nicht nur geschäftlich, sondern auch für den privaten Gebrauch kann ein VPN von Vorteil sein. Das liegt vor allem daran, dass die Netzwerkverbindung von Unbeteiligten nicht gesehen werden kann. Zudem lassen sich dadurch auch Geoblocking-Sperren umgehen.
Wer ein VPN einrichten möchte, benötigt dafür einen entsprechenden Anbieter. Zahlreiche Unternehmen stellen den Dienst kostenlos zur Verfügung. Dafür werden die User mit Werbung überhäuft und sind nicht davor gefeit, dass ihre Daten verkauft werden.
Deshalb lohnt es sich, lieber monatlich ein paar Euros zu investieren und lieber einen der topbewerteten VPN-Dienste wie Surfshark, ExpressVPN oder CyberGhost zu nutzen. Bei Surfshark ist das Einstiegsangebot besonders günstig. Darüber hinaus kann dieses VPN auf beliebig vielen Geräten verwendet werden, ist pfeilschnell und besticht mit einer großen Vielfalt an unterschiedlichen Tools zur Steigerung der Privatsphäre.
Die Einrichtung einer VPN-Verbindung auf dem PC ist kinderleicht. Nachdem die entsprechende Software heruntergeladen wurde, muss nur noch ein Server für die Verbindung gewählt werden und schon kann es losgehen. Grundsätzlich kann eine VPN-Verbindung nicht nur auf dem PC oder Laptop hergestellt werden, sondern auch auf Konsolen wie der PlayStation oder der Xbox. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der VPN-Anbieter das auch unterstützt.
So weit, so gut. Doch was hat das nun alles mit Gaming zu tun?
Bringt ein VPN tatsächlich Vorteile beim Gaming?
Eine VPN-Verbindung verbirgt die eigene IP-Adresse und verschlüsselt die Internet-Verbindung. Genau diese beiden Faktoren können beim Gaming auf die eine oder andere Weise von Vorteil sein.
Viele Internetanbieter verfolgen die Schritte ihrer User im Internet sehr genau. Das bedeutet nicht, dass sie sich großartig um die Inhalte kümmern, die im Internet angerufen werden. Das ist zum Teil zwar möglich und für die Provider gesetzlich auch zwingend vorgeschrieben, um entsprechende Gesetzesübertretungen zu erkennen und zu melden. Das größte Interesse der Anbieter gilt jedoch dem Datenverbrauch.
Werden regelmäßig große Mengen an Daten verbraucht, kann das dazu führen, dass der Internetanbieter die Bandbreite drosselt und sich dadurch die Geschwindigkeit der Internet-Verbindung verlangsamt. Einerseits wollen die Betreiber dadurch einen Stau im Netzwerk vermeiden und andererseits jene User, die einen hohen Datenverbrauch haben, dazu bewegen, in ein höherwertiges Paket zu investieren.
Mit einer VPN-Verbindung kann der Datenverkehr verschlüsselt und so zum Teil auch vor dem Provider versteckt werden. Dadurch bleibt die Bandbreite trotz des großen Datenverschleiß erhalten. Die größten Vorteile liegen aber vor allem in der IP-Adresse.
Im Normalfall ist die IP-Adresse ein eindeutiges Identitätsmerkmal, das darüber Auskunft gibt, an welchem Standort sich jemand befindet. Bei einer VPN-Verbindung ergibt sich die IP-Adresse aus dem Server, der am Client ausgewählt werden kann. Da hier in jedem Land eine Vielzahl unterschiedlicher Server gewählt werden kann, steht den Usern auch ständig eine andere IP-Adresse zur Verfügung.
Die IP-Adresse im VPN bringt den entscheidenden Unterschied!
Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn die eigene IP-Adresse auf einem Gaming-Server aus unterschiedlichen Gründen dauerhaft blockiert wurde. Wer beispielsweise mit seiner IP-Adresse bei Fortnite: Battle Royal einmal einen Bann erhält, kann in weiterer Folge die Verbindung nicht mehr herstellen. Bei Nutzung einer VPN-Verbindung wird dafür einfach ein anderer Server gewählt und schon kann wieder nach Herzenslust gezockt werden.
Rechtlich befinden sich die User dabei allerdings in einer Grauzone. Denn bei der Registrierung haben sie in der Regel auch die Nutzungsbedingungen eines Spiels akzeptiert. Und die verbieten in vielen Fällen die Verschleierung der eigenen Identität. Über rechtliche Konsequenzen seitens eines Betreibers aus diesen Gründen ist aber bisher nichts bekannt.
Große Spieleplattformen wie beispielsweise Steam veröffentlichen neue Spiele nicht in allen Ländern zeitgleich. Zumeist erfolgt der Launch am US-Markt einige Tage oder Wochen vor dem offiziellen Start in Deutschland. Wer nicht darauf warten möchte, bis das Game in seinem eigenen Land erscheint, könnte also auf die Idee kommen, sich einfach auf dem US-Server anzumelden. Damit das nicht passiert, haben die Unternehmen jedoch entsprechende Geoblocking-Sperren eingerichtet. Mit einem VPN können diese technisch umgangen werden.
Bei Spielen wie etwa „Pokémon Go“ gibt es je nach Region, in der sich die User gerade aufhalten, unterschiedliche Pokémon Monster zu fangen. Wer also beispielsweise auch ein Monster haben möchte, dass im Normalfall nur auf dem asiatischen Markt erhältlich ist, kann dafür einfach einen Server aus Japan anwählen und auf Monsterjagd gehen.
Kann der Ping beim Gaming durch VPN verringert werden?
VPN bringt also eine Menge Vorteile beim Gaming. Immer wieder ist auch davon zu hören, dass die virtuelle Verbindung den Ping beim Gaming verringern kann. Darunter wird jener Zeitraum verstanden, der benötigt wird, um die Daten zu einem Server und wieder zurückzuschicken.
Gerade beim Gaming handelt es sich dabei um eine wichtige Messgröße, weil es bei einem schlechten Ping zu verzögerten Reaktionen einer Eingabe im Spiel kommen kann. Der Ping sollte keinesfalls über 60 Millisekunden liegen, ideal sind Werte unter 20 Millisekunden.
Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Ping-Wert zu senken. Eine VPN-Verbindung gehört aber leider nicht dazu, auch wenn das einige VPN-Anbieter in ihrer Werbung immer wieder hartnäckig behaupten. Im Gegenteil: Da die Daten dadurch oftmals einen längeren Weg zurücklegen müssen, kann es dadurch sogar noch zu einer zusätzlichen minimalen Verzögerung kommen.

